Corona-Newsblog: Lauterbach kritisiert Krankenkassen wegen Long Covid-Patienten (2023)

Das Coronavirus SARS-Cov-2 beschäftigt die Welt seit mehr als zwei Jahren. Wir halten Sie im Newsblog mit den wichtigsten internationalen sowie nationalen News auf dem Laufenden. Sonntags und Montags oder auch nach Feiertagen berichten wir an dieser Stelle nicht mehr über aktuelle Infektionszahlen, denn viele Bundesländer melden am Wochenende gar nicht oder nicht vollständig ans Robert Koch-Institut (RKI).

  • Freitag, 14. Oktober

Lauterbach erhebt Vorwürfe gegen Krankenkassen wegen Long Covid-Patienten

12.45 Uhr:Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Krankenkassen vorgeworfen, Patientinnen und Patienten mit Long Covid teilweise nicht ausreichend zu behandeln. „Die Krankenkassen wollen zum Teil diese jungen Leute aussteuern“, sagte Lauterbach am Freitag in Berlin. „Sie gehen dann quasi aus dem Rechtskreis des Beschäftigten, der Krankenkassenleistungen bekommt, in die Rentenversicherung hinüber. Das ist natürlich nicht richtig.“

Die Betroffenen sollten dann eine Reha unter dem Dach der Rentenversicherung machen, und wenn die Betroffenen nicht ausreichend Fortschritte machen würden, dann rücke eine Erwerbsminderungsrente näher. Lauterbach sagte: „Natürlich muss eine Erwerbsminderungsrente bei denjenigen, wo es nicht anders geht, möglich sein. Aber an dem Punkt sind ja viele auch nicht.“

Künftig solle der „Automatismus“ gebrochen werden, über die Reha in die Erwerbsminderungsrente zu rutschen. Bei jüngeren Menschen „ist das nicht der richtige Weg“. Zwischen 10 und 15 Prozent der Corona-Kranken bekämen Long Covid, so Lauterbach unter Berufung auf Studien weiter. Künftig solle die Versorgung der Betroffenen besser erforscht werden.

Lauterbach: Erhebliche Dunkelziffer bei Corona-Fällen

11.37 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geht von einer „erheblichen Dunkelziffer“ bei Corona-Infektionen aus. „Ich glaube, dass die Zahlen, die wir haben, zuverlässig sind, aber nicht vollständig“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Es gebe eine Untererfassung bei Menschen, die einen positiven Schnelltest nicht durch einen PCR-Test bestätigen ließen. „Daher rechnen wir mit einer Dunkelziffer, dass die Gesamtzahl drei bis vier Mal so hoch ist, wie das, was wir jetzt auswerten. Und das bedeutet, dass wir derzeit möglicherweise nicht also 100 000 neue Fälle haben, sondern, wenn man alle Fälle zählen würde, bis zu 400 000 Fälle.“

Lauterbach stellte am Freitag eine Kampagne unter dem Motto „Ich schütze mich“ vor, die für Impfungen, aber auch für gegenseitige Vorsicht und Schutz mit Masken werben soll. Dabei kritisierte er auch die „Verharmlosung“ bei der Diskussion um Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Ob jemand „mit“ oder „an“ Corona gestorben sei, werde von Laien falsch bewertet. „Denn wenn ich mit Corona sterbe, kann es trotzdem so sein, dass ich ohne die Corona-Infektion nicht gestorben wäre“, sagte Lauterbach. „Das kriegen viele nicht auseinander. Die denken dann, mit Corona gestorben bedeutet, der wäre sowieso gestorben.“

Zudem steige durch eine Corona-Infektion für ein Jahr auch die Wahrscheinlichkeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. „Derjenige, der jetzt Corona gehabt hat und sechs Monate später an einem Herzinfarkt stirbt, der kommt nie in die Corona-Statistik“, erklärte Lauterbach. „Die müssten aber eigentlich auch gezählt werden. Weil der Mensch wäre ohne die Infektion nicht gestorben.“ Diese Verharmlosung sei nicht angemessen.

Bundesweite Inzidenz sinkt leicht – mehr als 100.000 Neuinfektionen

6.14 Uhr:Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 760,1 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 793,8 gelegen (Vorwoche: 577,5; Vormonat: 236,2). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 114 198 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 174 112) und 165 Todesfälle (Vorwoche: 117) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 34 517 327 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

  • Donnerstag, 13. Oktober

Lauterbach: Länder sollten Maskenpflicht einführen

10.42 Uhr:Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Länder aufgerufen, im Kampf gegen eine wachsende Corona-Infektionswelle perspektivisch zur Maskenpflicht in Innenräumen zurückzukehren. Was jetzt noch passieren müsse, sei, dass die Länder diese Möglichkeit im Infektionsschutzgesetz nutzten, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Wenn die Länder sich jetzt einigen könnten, wann der optimale Zeitpunkt ist, wäre das natürlich toll.“

Der Bund könne die Länder nicht zwingen. Lauterbach gab aber zu bedenken: „Die Welle, die sich aufbaut, die wird ja nicht alleine enden. Da muss man reagieren.“ Es gebe schon jetzt eine hohe Fallzahl mit einer hohen Dunkelziffer, einige Kliniken seien an der Belastungsgrenze. „Und leider steigt auch die Sterblichkeit.“ Insgesamt sei man aber gut vorbereitet. Es gebe angepasste Impfstoffe, „viel bessere Daten“ und Arzneimittel, die die Sterblichkeit senkten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 793,8 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner an. Experten gehen aber von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus – vor allem weil viele Infizierten keinen PCR-Test mehr machen lassen und daher nicht erfasst werden.

Oktoberfest: Lauterbach reagiert auf Kritik des Münchener Oberbürgermeisters

9.22 Uhr: Karl Lauterbach hat auf die Kritik des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD) reagiert, keine Rechtsgrundlage für eine Absage des Oktoberfestes gehabt zu haben. In der Tat habe es die nicht gegeben, räumte er ein. Es sei aber „dem Hausrecht folgend“ jederzeit möglich gewesen, dass der Veranstalter die Gäste gebeten oder verpflichtet hätte, für die Innenräume Corona-Tests zu machen. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz sei bei hohen Fallzahlen sogar eine Maskenpflicht für Außenveranstaltungen möglich.

Reiter hatte hingegen auch gesagt: „Herr Lauterbach hat auf meine explizite Nachfrage im April, ob es Zugangsbeschränkungen geben könnte, geantwortet, dass es dazu keine rechtlichen Möglichkeiten gibt und auch für Herbst keine zu erwarten sind.“ Damit sei es nicht möglich gewesen, wie von Reiter nach eigenen Worten präferiert, nur frisch Getestete auf das Festgelände zu lassen.

  • Mittwoch, 12. Oktober

Lauterbach lässt Verlängerung der Einrichtungsimpfpflicht offen

16.28 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat offen gelassen, ob die einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich zum Jahresende ausläuft oder verlängert wird. „Wir werden von dem Verlauf der Herbst- und Winterwelle abhängig machen, wie wir mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht umgehen“, sagte er am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag auf die Frage, ob er das Gesetz auslaufen lassen oder verlängern wolle.

Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März. Die Gesundheitsämter können Tätigkeits- oder Betretungsverbote für Beschäftigte von Kliniken oder Pflegeeinrichtungen aussprechen, wenn diese auch nach Aufforderung keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen oder kein Attest haben, das sie von einer Corona-Impfung befreit. Die gesetzliche Grundlage für die Impfpflicht läuft zum Jahresende aus.

An der Regelung hatte es immer wieder Kritik gegeben, unter anderem wegen des Aufwands bei der Durchsetzung der Impfpflicht. Aus den Ländern und der Branche waren Forderungen nach einem Ende laut geworden.

China will Null-Covid-Politik „nicht lockern“

14.43 Uhr: China will seine strikte Null-Covid-Politik beibehalten. Vor dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Kongress der Kommunistischen Partei, der am Sonntag in Peking beginnt, rief das mächtige Zentralkomitee am Mittwoch dazu auf, die Prävention und Kontrolle „nicht zu lockern“, wie aus einem Kommuniqué zum Abschluss eines viertägigen Plenums hervorging.

Zugleich müsse der Kampf gegen das Virus mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung „koordiniert“ werden, hieß es offenbar mit Blick auf die wirtschaftlichen Probleme durch ständige Lockdowns, Massentests, Quarantäne und andere Beschränkungen. Die Pandemie müsse verhindert, die Wirtschaft stabilisiert und die Entwicklung gesichert werden, forderte das Abschlussdokument.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt das bevölkerungsreichste Land der Erde weiter ein Null-Toleranz-Ziel. Obwohl nur einige Hundert Neuinfektionen pro Tag in China entdeckt werden, sind zig Millionen Menschen ganz oder teilweise von Lockdowns betroffen. Einerseits regt sich Unmut im Volk, andererseits leidet die Entwicklung der zweitgrößten Volkswirtschaft.

  • Montag, 10. Oktober

Über-60-Jährige erhalten Impf-Aufklärung per Post

13.53 Uhr: Menschen über 60 Jahre in Deutschland sind per Post von ihrer Krankenkasse über eine empfohlene weitere Auffrischimpfung gegen Corona informiert worden. Auf Bitten von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hätten die gesetzlichen und privaten Krankenkassen entsprechende Schreiben zur Aufklärung und Information verschickt, teilte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin mit. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Bereits vor Wochen hatte Lauterbach eine neue größere Impfkampagne angekündigt. Für Auffrischungen einer länger zurückliegenden Grundimmunisierung gegen Corona stehen mehrere fortentwickelte Impfstoffe bereit. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte einen zweiten Covid-19-Booster bestimmten Gruppen wie Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

  • Samstag, 8. Oktober

RKI meldet mehr als 120.000 Neuinfektionen am Samstag

8.15 Uhr:Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 635,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 577,5 gelegen (Vorwoche: 497,0; Vormonat: 223,1).

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 122 265 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 73 856) und 129 Todesfälle (Vorwoche: 116) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

  • Freitag, 7. Oktober

Corona-Inzidenzen rund um München steigen nach Oktoberfest drastisch an

14.47 Uhr:Die stark steigenden Corona-Inzidenzen in Bayern gehen nach Experten-Einschätzungen auch auf das Anfang der Woche beendete Oktoberfest zurück. Auffällig beim Vergleich der Siebe-Tage-Inzidenzen ist eine gewisse Ballung um München herum: Sowohl die Stadt als auch drei der vier direkt angrenzenden Landkreise liegen nun über 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, der Landkreis München nur relativ knapp darunter. Insgesamt meldete das Robert Koch-Institut für neun bayerische Landkreise und die Landeshauptstadt München Werte über 1000.

Auch der Anstieg der mit Corona infizierten Patienten Krankenhäusern ist wird in Bayern deutlich: München meldete am Freitag eine Belegung von 552 Patienten mit Corona auf Normal-, Intensiv- und Übergangsstationen, 47 Prozent mehr als vor einer Woche. Bayernweit stieg die Zahl der binnen einer Woche mit oder wegen Corona eingelieferten Patienten auf ein Allzeithoch von 1849, wie aus Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorgeht.Einige Kliniken sprachen bereits von einer angespannten Lage unter anderem wegen vieler selbst an Covid-19 erkrankter Mitarbeiter. Es komme zu Einschränkungen bei planbaren Operationen und in Einzelfällen zu Stationsschließungen.

Folgen hat die angespannte Lage der Kliniken auch für Rettungsdienst und Notaufnahmen. Gerade in Oberbayern müsse man teilweise bis zu eineinhalb Stunden fahren, um Patienten unterzubringen, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. „Seit etwa eineinhalb bis zwei Wochen verschärft sich die Lage wieder.“ Das sei für die Patienten und Mitarbeiter sehr belastend und gefährde in letzter Konsequenz Leben.

  • Donnerstag, 6. Oktober

RKI: Anstieg schwerer Corona-Fälle deutet sich an - Unklare Daten

21.13 Uhr: Im Zuge der beginnenden Corona-Herbstwelle hat das Robert Koch-Institut (RKI) auf die schwierige Interpretation bestimmter Daten zur Krankheitsschwere hingewiesen. Bei den schwer verlaufenden Atemwegsinfektionen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, deute sich zwar ein Anstieg der Fallzahlen an, heißt es im Wochenbericht des RKI zu Covid-19 vom Donnerstagabend. Die Autoren schränken allerdings ein, dass „hier auch Fälle mit aufgeführt werden, die aufgrund einer anderen Erkrankung ins Krankenhaus kommen oder intensivmedizinisch behandelt werden müssen und bei denen die Sars-CoV-2-Diagnose nicht im Vordergrund der Erkrankung bzw. Behandlung steht“.

Unter anderem führt das RKI einen starken Anstieg der Zahl der Intensivpatienten im Zusammenhang mit Covid-19 an, von rund 860 in der vorvergangenen Woche auf rund 1310 am Mittwoch.

Die Problematik ist lange bekannt, dass diese Daten ebenso wie die Hospitalisierungsinzidenz keine Unterscheidung zwischen Patienten erlauben, die wegen Covid-19 oder mit einem Sars-CoV-2-Nachweis behandelt werden. Verbesserungen sind seit Monaten angekündigt. Kliniken argumentierten aber zum Beispiel auch, dass der Aufwand für die Isolierung bei allen positiv getesteten Patienten gleich hoch sei.

Das RKI blickt im Bericht stets auch noch auf eine weitere Datenquelle, bei der etwa Patienten mit Corona-Zufallsbefund nicht ins Gewicht fallen sollen: Dabei habe sich ein Anstieg bisher nur in der Altersgruppe ab 80 Jahren bis zur vorvergangenen Woche angedeutet, hieß es.

Bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz setzte sich der Anstieg laut Bericht im Wochenvergleich fort: um 54 Prozent. Besonders auffällig ist die Entwicklung in Bayern, wo laut RKI die stärkste Zunahme mit 86 Prozent beobachtet wurde. Ein möglicher Zusammenhang mit dem Oktoberfest in München wird im Bericht nicht thematisiert.

Gemeinsame Erklärung zum Corona-Schutz für Pflegebedürftige - Stiftung Patientenschutz äußert Kritik

16.20 Uhr: Pflegebedürftige und Pflegekräfte sollen im Herbst und Winter mit konkreten Maßnahmen vor einer Corona-Infektion geschützt werden. Auf entsprechende Grundsätze verständigte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Donnerstag in Berlin mit den betroffenen staatlichen Stellen und Verbänden.

Die vorgestellte gemeinsame Erklärung soll nach den Worten des Ministers dazu dienen, der Gefahr von Infektionen zu begegnen, „ohne die Pflegekräfte zu überlasten oder die Pflegebedürftigen auszugrenzen“. Der Schutz von Pflegebedürftigen habe für die Bundesregierung weiter oberste Priorität.

Die Erklärung sieht ein flächendeckendes Impfangebot mit den neu zugelassenen angepassten Impfstoffen vor. Ferner sollten umfassende Hygiene- und Testkonzepte und ein einfacher Zugang von infizierten Pflegebedürftigen zur Arzneimittelversorgung die pflegerische Versorgung auch im Falle ansteigender Infektionszahlen sicherstellen. Darauf verständigten sich das Ministerium, die Pflegeverbände, die Pflegekassen sowie die kommunalen Spitzenverbände und die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, bewertete die Verständigung als unzureichend. So werde weiterhin auf externe pflegerische Task-Forces verzichtet, obwohl Einrichtungen bei einer Ketteninfektion dringend Unterstützung bräuchten. Auch fehlten Ausweichquartiere, um infizierte und nicht-infizierte Pflegeheimbewohner voneinander zu trennen. Stattdessen setze das Ministerium auf eine „radikale Maskenpflicht“ und greife damit in die verfassungsgemäßen Grundrechte der Pflegeheimbewohner ein. Es werde zudem nicht berücksichtigt, dass die Lebensgestaltung pflegebedürftiger Menschen auch in gemeinschaftlich genutzten Räumen stattfinde.

Cihan Celik:„Wunschdenken vom Ende der Pandemie löst sich gerade auf“

12 Uhr: Der Lungenfacharzt Cihan Celik hat sich auf Twitter zur derzeitigen Coronawelle geäußert. Celik, der in der Vergangenheit auch häufig als Experte in den Medien aufgetreten ist, schrieb: „Die Covid-Dynamik nimmt weiter Fahrt auf. Von 21 auf 70 stationäre Patienten in 12 Tagen. [...] Das Wunschdenken vom Ende der Pandemie löst sich hier gerade auf.“

Celik nimmt Bezug auf die Belegung der Pneumologie- und Covid-Station des Klinikums Darmstadt. Er schreibt auch, dass planbare Behandlungen derzeit aufgeschoben werden. Celiks Post wurde innerhalb kurzer Zeit vielfach geliked und geteilt. „Gut, dass Sie berichten, vielleicht finden Sie wenigstens bei der Presse gehör“, heißt es da beispielsweise.

Noch am 23. September hatte Celik geschrieben, die Lage auf der Station sei stabil und unter Kontrolle. Die Lage hat sich seitdem offenbar geändert.

  • Mittwoch, 5. Oktober

RKI meldet mehr als 130.000 Neuinfektionen am Mittwoch

6.14 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 414,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. In der Vorwoche hatte der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 379,6 (Vormonat: 215,0) gelegen. Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 133 532 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 95 811) und 128 Todesfälle (Vorwoche: 138) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen und Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende viele Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

  • Dienstag, 4. Oktober

Viele neue Corona-Fälle in den Niederlanden - Herbstwelle beginnt

18 Uhr: In den Niederlanden steigen die Corona-Infektionen stark an. Die Herbstwelle habe nun echt begonnen, teilte das zuständige Institut für Gesundheit und Umwelt (RIVM) am Dienstag in Den Haag mit. In den vergangenen sieben Tagen wurden demnach mehr als 19 000 Fälle gemeldet, 55 Prozent mehr als in der Vorwoche und die höchste Zahl von Infektionen seit August. Außerdem nehme die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern deutlich zu, hieß es. Schwerpunkt der neuen Corona-Welle ist den Angaben zufolge Amsterdam.

Die Behörden werden aber vorerst keine Schutzmaßnahmen ergreifen. Menschen wird geraten, sich bei Beschwerden selbst zu testen, bei einem positiven Ergebnis zu Hause zu bleiben und sich erneut impfen zu lassen.

Nach der Wiesn steigt Corona-Bettenbelegung in München stark an

13.18 Uhr: Auch nach dem Ende des Oktoberfestes rollt die Corona-Welle in München weiter. Am Dienstag meldete die Stadt insgesamt 478 mit Corona-Patienten belegte Krankenhausbetten auf Normal-, Intensiv- und Übergangsstationen. Das war ein Anstieg um 61 Prozent zum Dienstag vergangener Woche. Im Vergleich zum letzten Tag vor Oktoberfeststart beträgt der Anstieg sogar 137 Prozent.
Auf den Normalstationen steigen die Zahlen bereits seit gut einer Woche deutlich an. Inzwischen ist der Aufwärtstrend allerdings auch auf den Intensivstationen angekommen. Am Dienstag meldete die Stadt 39 belegte Betten, das sind 15 mehr als vor einer Woche.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet ein weiteres Ansteigen der Zahlen. „Wir werden dann mit einer Verzögerung von vielleicht zehn bis vierzehn Tagen auch mehr schwere Verläufe sehen und dann auch eine Belastung auf den Intensivstationen“, sagte Lauterbach in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. „Es ist schade, dass es jetzt so gekommen ist.“

Seit vergangener Woche ist in München ein starker Anstieg der Inzidenzen zu beobachten. Ein Zusammenhang mit dem Oktoberfest liegt dabei nahe und wird auch von Experten hergestellt. Bis sich steigende Inzidenzen in den Krankenhäusern niederschlagen vergeht allerdings in der Regel einige Zeit, da zwischen Infektion und einer möglichen Krankenhauseinweisung einige Zeit vergeht.

Die offiziell gemeldete Inzidenz in München und Bayern sank am Dienstag zwar, das war allerdings ein Effekt des Feiertags am Montag. Die Gesundheitsämter meldeten keine neuen Fälle an das Robert Koch-Institut, aber Meldungen vom vergangenen Montag fielen aus der Zählung. Aller Voraussicht nach wird die Inzidenz am Mittwoch wieder deutlich steigen.

Studie:Übergewicht und psychische Probleme bei Kindern in Pandemie

7.30 Uhr: Die Corona-Pandemie hat laut einer Studie Folgen vor allem für Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Laut einer Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit leiden sie im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich häufiger unter Depressionen, Essstörungen, Angststörungen und starkem Übergewicht. Etwa ein Drittel mehr Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren seien 2021 mit einer Essstörung und ein Fünftel mehr mit einer Angststörung behandelt worden.

Das geht nach Angaben der Krankenkasse aus ihrem Kinder- und Jugendreport 2022 für Nordrhein-Westfalen hervor. Dafür wurden ambulante und stationäre Behandlungsdaten von 142 000 Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2021 untersucht und mit der Lage vor der Pandemie im Jahr 2019 verglichen. Demnach gingen 2021 Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Arzneimittelverschreibungen insgesamt zurück.

Laut der Krankenkasse wurde ein deutlicher Anstieg der Fälle von starkem Übergewicht bei Grundschülern und älteren Jungen registriert. Klaus Overdiek, Chef der Landesvertretung der Kasse, sprach insgesamt von einer „dramatischen Entwicklung bei unseren Kindern und Jugendlichen“ und warnte vor den Langzeitfolgen.

  • Donnerstag, 6. Oktober

Celik:„Wunschdenken vom Ende der Pandemie löst sich gerade auf“

11.30 Uhr: Der Leiter der pneumologischen Station

  • Montag, 3. Oktober

Impfstoff-mRNA in Muttermilch nachgewiesen

9 Uhr: Mediziner haben kurz nach der Corona-Impfung bei stillenden Müttern Spuren des mRNA-Präparats in Muttermilch nachgewiesen - sowohl die Forscher selbst als auch deutsche Experten raten aber Stillenden weiterhin zu einer Immunisierung. Ein Team um den Neonatologen Nazeeh Hanna vom NYU Langone Hospital in New York hatte in einer kleinen Studie Milchproben von elf Frauen analysiert, die zuvor die mRNA-Präparate entweder von Moderna oder von Biontech/Pfizer erhalten hatten.

Das Team untersuchte mit einem sehr empfindlichen Verfahren insgesamt 131 Milchproben der Frauen, die aus einem Zeitraum von bis zu fünf Tagen nach der Impfung stammten. Spuren der Impfstoffe fanden die Forscher in insgesamt sieben Proben von fünf Teilnehmerinnen. Dabei war keine der positiv auf mRNA-Spuren getesteten Milchproben mehr als 45 Stunden nach der Impfung genommen worden.

Möglicherweise würden Nanopartikel, die die mRNA enthalten, über die Blutbahn oder das Lymphsystem zu den Brustdrüsen gelangen, spekulieren die Forscher. Ob die mRNA noch aktiv war, also theoretisch zur Bildung von Proteinen führen könnte, prüfte die Studie nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) betont auf Anfrage, dass mRNA „nach oraler Aufnahme im Magen degradiert, also zersetzt“ werde und nicht die Blutbahn des Neugeborenen erreiche.

Sicherheitsbedenken leiten die Mediziner um Hanna aus dem Nachweis nicht ab. Stillen sei auch nach einer mRNA-Impfung gegen Covid-19 sicher, schreiben sie im Fachblatt „JAMA Pediatrics“. Sie raten aber dazu, bei Kindern im Alter bis sechs Monaten in den ersten 48 Stunden nach der Impfung vorsichtig zu sein, bis weitere Studiendaten zur Sicherheit vorlägen. Mögliche Auswirkungen von Impfstoff-mRNA auf Neugeborene sind bislang nicht ausreichend untersucht.
Die DGGG verweist darauf, dass die Impfung nicht nur die Mutter vor einem schweren Covid-19-Verlauf schützt, sondern auch beim Kind das Risiko für eine Sars-CoV-2-Infektion senkt. „Aus diesen Überlegungen heraus erscheint es nicht sinnvoll, die Empfehlung für die Vakzination von stillenden Müttern einzuschränken“, betont die Fachgesellschaft.

  • Sonntag, 2. Oktober

Rund 4,6 Millionen Corona-Impfdosen verfallen

11.11 Uhr: Rund 4,6 Millionen Dosen des in Deutschland zentral gelagerten Corona-Impfstoffs sind Ende September abgelaufen. Sie hätten zum 29. September das Verfallsdatum erreicht, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet. Unter den verfallenen Impfstoffen sind rund 3,9 Millionen Dosen von Moderna und rund 0,7 Millionen Dosen des später zugelassenen Vakzins von Novavax.

Die oppositionelle Union kritisierte die Einkaufspolitik des Bundes. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe „bei der Impfstoffbestellung jedes Maß und Ziel verloren“, sagte der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger der „Welt am Sonntag“. Derzeit seien in den Bundes-Kühlschränken insgesamt 101 Millionen Impfstoffdosen eingelagert.

Das Gesundheitsministerium argumentierte, dass Impfstoff weggeworfen werde, sei „logische Konsequenz aus dem Portfolio-Ansatz“. Dieser beinhalte, dass unterschiedliche Impfstoffe angeschafft würden, um allen Impfwilligen ein Angebot machen zu können. (red/dpa/afp)

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Author: Fredrick Kertzmann

Last Updated: 12/12/2022

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